Programmübersicht
Hundesymposium – Leitthema: Schmerzen des Hundes
Samstag, 31. 10. 2009
Zeiten |
Thema |
9.30 – 11.00 Uhr |
Schmerzen verstehen |
11.00 – 11.15 Uhr |
Pause |
11.15 – 12.15 Uhr |
osteopathische Möglichkeiten der Schmerztherapie / Schmerzerkennung |
12.15 – 13.45 Uhr |
Pause |
13.45 – 15.00 Uhr |
Stresspunkte sind Schmerzpunkte-Bedeutung, Erkennung, Behandlung |
15.00 – 15.15 Uhr |
Pause |
15.15 – 16.15 Uhr |
Thermografie - Eine Möglichkeit der Schmerzerkennung |
16.15 – 16.30 |
Pause |
16.30 – 18.00 Uhr |
Verhaltensveränderungen durch Schmerz |
Sonntag, 01. 11. 2009
Zeiten |
Thema |
9.00 – 10.15 Uhr |
Schmerztherapie in der Schulmedizin |
10.15 – 10.30 Uhr |
Pause |
10.30 – 11.45 Uhr |
Schmerzentstehungsmechanismen und Schmerztherapie aus ganzheitlicher Sicht |
11.45 – 13.15 Uhr |
Pause |
13.15 – 14.45 Uhr |
Pfotenreflexzonentherapie zur Schmerzerkennung und Behandlung |
14.45 - 15.15 Uhr |
Pause |
15.15 – 16.15 Uhr |
Goldakupunktur, eine Möglichkeit der Schmerztherapie |
Samstag, 31.10.2009
Schmerzen verstehen
Schmerzentstehung, neurobiologische Abläufe, Schmerzgedächtnis, Schmerzqualität, Schmerzquantität,
Schmerzen haben für unseren Vierbeiner, und auch für uns, eine lebenserhaltene Bedeutung. Schon die alten Griechen bezeichneten ihn als „bellenden Wachhund der Gesundheit“. Das Schmerzempfinden ist ein Warnsystem, da bei einem Defekt in der Schmerzwahrnehmung das Verletzungs- und Infektrisiko immens erhöht ist.
PD Dr. Dr. habil Udo Gansloßer wird in seinem Vortrag in seiner unnachahmlich unterhaltsamen und verständlichen Weise den Schmerz tief durchleuchten.
Was ist Schmerz? Wie entsteht er? Welche neurobiologischen Prozesse laufen im Körper ab? Gibt es ein Schmerzgedächtnis beim Hund? Wo liegt der Unterschied zwischen akuten und chronischen Schmerzen?
Was versteckt sich hinter Schmerzqualität und -quantität?
Auf diese und weitere Fragen werden Sie eine Antwort erhalten. Für jede Form der Schmerztherapie ist das Wissen um seine Entstehung von großer Bedeutung.
PD Dr. Dr. habil Udo Gansloßer, Zoologisches Institut der Universität Greifswald
osteopathische Möglichkeiten der Schmerztherapie / Schmerzerkennung
Die Osteopathie wurde im 19. Jahrhundert von Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) begründet. ![]()
Diese Therapieform betrachtet den Organismus als ganzheitlich funktionierendes Bewegungssystem.
Es ist eine mechanische Behandlungsmethode. Der Therapeut setzt in der Untersuchung und Behandlung ausschließlich seine Hände ein, um die notwendige Mobilität des Körpers wiederherzustellen.
Vorrangiges Ziel ist es, Störungen der Körperfunktion zu beseitigen und zu vermeiden, Fehlentwicklungen zu korrigieren und Heilungsprozesse einzuleiten und zu unterstützen.
Durch gezielte Behandlung am Haltungs- und Bewegungssystem, soll an diesem oder durch Sekundärwirkungen an anderen Organsystemen, Heilung oder Besserung erlangt werden.
Die enge Verflechtung des Haltungs- und Bewegungssystems mit allen wichtigen Funktionskreisen des Körpers, wie Atmung, Herz-Kreislauf (Durchblutung), Stoffwechsel und psychische Funktionen, zeigt die ganzheitliche Wirkung und erklärt so die Therapieerfolge.
Lernen Sie in diesem Vortrag die Osteopathie beim Hund näher kennen.
Jochen Woßlick wird gezielt auf die Möglichkeiten der osteopathischen
Schmerzerkennung und Behandlung eingehen.
Jochen Woßlick, Humanphysiotherapeut, Hundephysiotherapeut, Hundeosteopath, Linkenheim,
Stresspunkte sind Schmerzpunkte - Bedeutung, Erkennung, Behandlung
Stresspunkte oder Triggerpunkte gehören zu den Hauptverursachern von Schmerzen im Bewegungsapparat.
Charakteristisch ist, dass sie Schmerzen in entfernt liegende Regionen des Körpers projizieren. So können aktive Stresspunkte im Bereich der Brustwirbelsäule zu hochgradigen Lahmheiten der Hintergliedmaße führen.
Diese Punktareale charakterisieren eine erhöhte Spannung und einen gesteigerten Energiebedarf. Die Durchblutung ist vermindert und somit der Abtransport von Stoffwechselprodukten gestört. Dadurch werden Nozizeptoren sensibilisiert und schon geringe Reize werden als schmerzhaft empfunden.
Eine spontane Schmerzhaftigkeit zeigen aktive Stresspunkte.
Aber auch inaktive oder latente Stresspunkte schränken die Dehnfähigkeit und Kraft eines Muskels ein.
Stresspunkte können direkt oder indirekt entstehen oder aktiviert werden.
Direkte Entstehungsmechanismen sind Über- und Fehlbelastung, Fehlstellungen, unphysiologische Bewegungsmuster und traumatische Einflüsse.
Indirekte Faktoren sind andere Stresspunkte, Erkrankungen des Organ- oder Skelettsystems und psychische Veränderungen.
Diese Punkte bewirken einen dumpfen bis stechenden Schmerz, eine Einschränkung der Mobilität und eine stark verminderte Muskelkraft. Die entstehenden Schmerzen werden dann durch Fehlhaltungen kompensiert. Dies bewirkt folglich Problematiken in anderen Körperregionen.
Tanja Walter wird in ihrem Vortrag intensiv auf die Bedeutung und Erkennung von Stresspunkten eingehen, Behandlungsmöglichkeiten anschaulich beschreiben.
Über die Lokalisation der Punkte können Schmerzen erkannt und dann gezielt therapiert werden.
Tanja Walter, Tierärztin, Tierphysiotherapeutin, Vlotho
Thermografie – Eine Möglichkeit zur Schmerzerkennung
Jeanette Gerkens-Kuhlow wird in ihrem Vortrag die Möglichkeiten der Thermografie näher vorstellen.
Hauptaugenmerk legt die Referentin dabei auf die Erkennung von Schmerzen und problematische, d.h. kältere oder wärmere Bereiche im Hundekörper.
Die Thermografie ist ein bildgebendes Verfahren, das Temperaturverteilungen sichtbar macht.
Jeder Körper mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunktes sendet Wärmestrahlung aus.
Warm ist rot und Kalt ist blau. So einfach kann die Thermografie beschrieben werden.
Das Wärmebild zeigt präzise an, wo genau die Ursache der Beschwerden liegt.
Die höchste Temperatur wird immer im Bereich des Hot Spots sein, im Mittelpunkt des Schmerzes.
Auch ein Kältemuster (z.B. in blau), welches Aufschluss über eine Unterversorgung des Gewebes gibt, muss beachtet werden. Durch Seitenvergleichaufnahmen können Asymmetrien erfasst werden.
Ersichtliche und nicht ersichtliche Schäden und Problematiken können mit Infrarot Imaging sichtbar gemacht werden. Bereits geringste Schwankungen der Infrarotabstrahlung werden erfasst und liefern detaillierte exakte Informationen über krankhafte Veränderungen.
Durch das Infrarot Imaging kann ein neues Fenster in den Organismus des Tieres geöffnet werden. Der Hund wird ganzheitlich erfasst.
Jeanette Gerkens-Kuhlow, zertifizierte Veterinär Thermografin, Neustadt,
Verhaltensveränderungen durch Schmerz
Somatische Ursachen als Auslöser für Verhaltensstörungen und –probleme
Unsere Vierbeiner leiden meistens stumm. Nur selten liegt der Hund mit Schmerzen in seinem Körbchen und wimmert leise vor sich hin. Unter Umständen gibt er bei Positionswechseln eine kurze verbale Schmerzäußerung.
Sogar deutliche Lahmheiten werden von Hundehaltern oft nicht mit einem Schmerz assoziiert.
Aber wie kann der Hund uns seine Schmerzen verständlich machen? Wann muss der Hundehalter hellhörig werden und eine Schmerzhaftigkeit bei seinem Tier vermuten?
Wir können unseren Vierbeiner (leider) nicht fragen: „Wo tut es dir weh?“, „Wie fühlst Du dich?“.
Daher sind wir auf kleine, oftmals schleichend verlaufende, Abweichungen in seinem Wesen, Ausdruck und Verhalten angewiesen.
Diese Veränderungen müssen erkannt und richtig gedeutet werden.
Wie erkenne ich einen Schmerz bei unseren Vierbeinern?
Was sind schmerztypische Äußerungen und Änderungen? Was ist charakteristisch für eine Schmerzhaftigkeit bei unseren Hunden?
Auf diese Fragestellungen wird Dr. Jennifer Hirschfeld in ihrem Referat umfassend eingehen.
Dr. Jennifer Hirschfeld, Tierärztin, Hannover
Sonntag, 01.11.2009
Schmerztherapie in der Schulmedizin
Bedeutung, Sinn und Unsinn des Einsatzes von Medikamenten zur Schmerztherapie
Der Einsatz von Analgetika und Antiphlogistika ist ein aus Sicht des Tierhalters, aber auch Tierarztes, ein kontrovers diskutiertes Thema. Ziel des Vortrages ist es, eine Wissensbasis zu vermitteln, die es dem Tierhalter ermöglicht, die Bedeutung einer gezielten, problemorientierten Schmerztherapie einzuschätzen.
Ängste vor potentiellen Nebenwirkungen sollen relativiert werden.
Im Vortrag werden die verschiedenen Formen der Schmerztherapie, die einzusetzenden Medikamente, sowie deren Haupt- und Nebenwirkungen erläutert und diskutiert.
Dr. Peter Hettling, Tierarzt, Bielefeld
Schmerzentstehungsmechanismen und Schmerztherapie aus ganzheitlicher Sicht
Erfahren Sie in diesem Vortrag mehr über die Schmerzentstehung aus biologisch ganzheitlicher Sicht. Anhand von verschiedenen Beispielen wird der Referent diese anschaulich darstellen.
Weiterhin geht Dr. Eugen Schabel auf die Behandlungsmöglichkeiten zur Schmerzausschaltung mittels komplementärer Therapiemethoden ein. Hier werden insbesondere die Homöopathie und Aromatherapie mit einbezogen.
Der Begriff Komplementärmedizin ist von der wörtlichen Übersetzung her die „ergänzende Medizin“, auch als Alternativmedizin bekannt.
Inbegriffen sind unterschiedliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen, die eine Ergänzung zur wissenschaftlich begründeten Medizin darstellen.
Dr. Eugen Schabel, Tierarzt, Neuss
Pfotenreflexzonentherapie zur Schmerzerkennung und Behandlung
In diesem Vortrag von Hilke Wittkamp erfahren Sie mehr zu der Reflexzonentherapie an den Pfoten des Hundes. Diese Behandlungsmöglichkeit ermöglicht einen neuen Zugang auf ganzheitlicher Ebene und auf Basis der Selbstheilungskräfte unserer Hunde und Patienten.
Die Arbeit über die Reflexzonen erschließt die Möglichkeit schmerzfern zu arbeiten und Einfluss auf Schmerzzustände, Muskelverspannungen und auch auf innere Organe zu nehmen. Im Mittelpunkt steht der Hund als Ganzes und nicht seine Krankheit.
Inhaltlich wird auf folgende Themenschwerpunkte eingegangen:
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Was ist Reflexzonentherapie? Theorie der Reflexzonentherapie.
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Reflexzonenzuordnung und Lage an den Pfoten.
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Welche Grifftechniken gibt es? Vorstellung von tonisierenden und sedierenden Techniken.
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Aufzeigen von Ausgleichgriffen zur Regulierung von vegetativen Dysfunktionen und überschießenden Reaktionen.
Hilke Wittkamp wird anhand von Fällen aus der Praxis und exemplarischen Krankheitsbildern mögliche Reaktionen darstellen und besprechen.
Hilke Wittkamp, Dipl.Biologin, Human- und Hundephysiotherapeutin, Bielefeld
Goldakupunktur, eine Möglichkeit der Schmerztherapie
Erhard Schulze wird in seinem Vortrag die Goldakupunktur näher vorstellen, Möglichkeiten aber auch Grenzen aufzeigen.
Der Unterschied zu der Goldimplantation (GI) besteht darin, dass bei der Goldakupunktur (GA) rein nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vorgegangen wird.
Die Goldakupunktur ist eine Spezialform der Klassischen Akupunktur.
Die besten Erfolge erzielt man bei Erkrankungen des Hüftgelenkes (HD). Aber auch degenerative Erkrankungen anderer Gelenke sind viel versprechend behandelbar.
Die Goldakupunktur kann bereits geschädigte Gelenke nicht heilen oder arthrotische Veränderungen beseitigen. Oftmals ist die schmerzlindernde Wirkung aber so effektiv, dass konventionelle Schmerzmittelgaben reduziert oder sogar abgesetzt werden können.
Bereits in den 70er Jahren wurde die GA erfolgreich in den USA eingesetzt, seit 1995 auch hierzulande. Erhard Schulze war mit einer der ersten Veterinärmediziner, der diese Behandlungsmethode in Deutschland durchführte.
Erhard Schulze, Tierarzt, Kamen